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Rudolstadt: Nachfragegerechte Umgestaltung des DDR-Wohnbau-Quartiers „Volkstedt-West“

Volkstedt-West wurde – wie viele Wohngebiete in Thüringen und allen neuen Bundesländern – als Großwohnsiedlung im Plattenbaustil in den 1980er Jahren errichtet. Kennzeichnende Merkmale waren die zeilenförmige Bebauungsstruktur mit vorwiegend 6-geschossigen Wohngebäuden und 1- bis 2-geschossigen Einzelgebäuden für die soziale Infrastruktur im Quartierszentrum. Starke Einwohnerverluste brachten erheblichen Leerstand mit sich (prognostizierter Rückbaubedarf wurde im Jahr 2004 hier auf etwa 60 % geschätzt). Die alternde Bewohnerschaft verschärfte die Problemlagen im Gebiet, weil Aufzüge und barrierearme Wegeverbindungen häufig fehlten. Um das Wohngebiet zeitgemäß zu entwickeln und entsprechend den Bewohnerwünschen anzupassen, wurden zahlreiche Rück- und Umbau-, aber auch Neubauprojekte von der städtischen Wohnungsgesellschaft RUWO und Wohnungsgenossenschaft WGR als vorwiegend auftretende Eigentümertypen umgesetzt. Damit dies gelang, mussten sich die beiden Wohnungsunternehmen auch über den Prozess des Grundstückstausches und einer Neuordnung der Eigentumsverhältnisse einig werden. Wie in zahlreichen Thüringer Wohngebieten dieser Art vorgemacht, wurden die langen Wohnzeilen durch Rückbau einzelner Hausaufgänge durchbrochen und/oder etagenweise abgetragen. Einzelne Gebäude erfuhren eine komplett barrierefreie Umgestaltung und erhielten eine energiesparende Außenhülle. Mittels Laubengangerschließung konnte Heizenergie gespart und halböffentliche Begegnungsräume geschaffen werden. Außerdem war damit nur einer der kostenintensiven Aufzugsanbauten notwendig. Ebenfalls mit Hilfe der Städtebauförderung konnten Freiräume neu geordnet und die Wohnumfelder auf Basis intensiver Bewohnerbeteiligung aufgewertet werden. Auch das Erschließungssystem des Gebietes wurde über barrierefreie Wegeverbindungen deutlich verbessert. Der Neubau bzw. die Sanierung einer Schule und Kindertagesstätte, die Erhöhung der ÖPNV-Taktfrequenz und der Umbau bzw. die Wiedernutzung der zentralen Versorgungseinrichtungen steigerten die Attraktivität des Quartiers erheblich. Dass die Sanierung zum Zeitpunkt der letzten Begutachtung im Jahr 2026 noch nicht abgeschlossen ist, zeigen noch unsanierte und teilweise bereits leergezogene Blöcke, die gemäß ISEK und Rahmenplan für Rückbau vorgesehen sind.

Dokumentationsstand: 2026


Weitere Projektbeispiele zum Handlungsschwerpunkt: Erweiterung des Spektrums von Gebäudekubaturen und Wohnungszuschnitten