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Stadtverwicklung: gemeinsame Visionen für mehr soziale, räumliche und ökologische Gerechtigkeit

Gemeinwohlorientierte Stadtentwicklung, das ist ein Grundsatz für die europäische Stadtentwicklungspolitik und dieser ist in der Neuen Leipzig-Charta klar und deutlich festgeschrieben. Sie dient als Leitdokument für gute Stadtentwicklung und besagt, dass die Stadtentwicklungspolitik auf das Gemeinwohl ausgerichtet sein und als Gemeinschaftswerk aller Akteure entstehen soll. Leider ist dies bisher an vielen Stellen ein Wunschdenken, das an starren Strukturen und Zuständigkeiten, sowie personellen und finanziellen Ressourcen scheitert.

Aus der Frage wie Stadtentwicklung gemeinwohlorientierter und partizipativer werden kann, hat sich das transdisziplinäre Kollektiv „Stadtverwicklung“ zusammengeschlossen. Es agiert als proaktiver Teil der Zivilgesellschaft und treibt damit den sozial-ökologischen Wandel voran. Dabei setzen sie zum einen eigene Projekte um und unterstützen zum anderen mit ihrer Erfahrung und Expertise bei der Realisierung anderer gemeinwohlorientierter Projekte. Dies geschieht über kostenlose Angebote, wie dem aktuellen Programm „Gemeinsam Gemeinwohl“ oder auch im Auftrag für Initiativen, Kommunen oder private Trägerschaften. Die Stadtverwicklung begreift die Bewohner*innen der Stadt als Expert*innen für ihr eigenes Umfeld und unterstützt deshalb insbesondere die Menschen bei der Umsetzung, die die Räume in ihrer Stadt aktiv mitgestalten möchten.

Seit Anfang 2026 ist die Stadtverwicklung außerdem gemeinsam mit Initiativen aus der Zivilgesellschaft Betreiberin der „Urbanothek“, einem dritten Ort in Weimar, an dem Stadtpolitik, -gestaltung und -planung für alle erlebbar gemacht wird – ähnlich wie eine Bibliothek Wissen zugänglich macht. Der Ort stellt die Infrastruktur zu Verfügung, die es braucht, um eigene Projekte umsetzen zu können. Vom Filmabend über Diskussionsveranstaltungen, Druckworkshops, Repair-Café oder Kleinkunstabenden ist alles in der Urbanothek möglich. Bedingung für eine kostenlose Nutzung ist allerdings, dass die Veranstaltungen gemeinwohlorientiert, kostenlos und für alle zugänglich sind.

Aus der Frage heraus, wie Gemeinwohl greifbarer gemacht werden kann, wurde außerdem die Gemeinwohl-Matrix entwickelt. Ziel der Matrix ist es, komplexe Zusammenhänge aufzuzeigen und Gemeinwohl konkret erfassbar zu machen. Um Fehlinterpretationen zu vermeiden, braucht es präzise Kriterien und standadisierte Anwendungen mit konkreten Beispielen für Praktiken und überprüfbare Indikatoren.

Die Leistungen der Stadtverwicklung umfassen Beratung, Vernetzung und Förderung mit dem Hauptansatz einer neuen Beteiligungskultur für stärkere Teilhabe. Für weitere Informationen: https://stadtverwicklung.de/de

Redaktionsstand 2026


Weitere Projektbeispiele zum Handlungsschwerpunkt: Aktivierung und Koordination bürgerschaftlichen Engagements und Soziokultur